DTF-Rasterung: die komplette Anleitung
Was Halbtonrasterung ist, warum sie aus einem schweren DTF-Druck einen weichen macht und wie du Frequenz, Punktform und Winkel wählst.

Die Rasterung ist das Geheimnis hinter DTF-Drucken, die wie Siebdruck aussehen. Sie übersetzt Verläufe in Punkte, lässt den Stoff atmen und gibt dem Motiv den professionellen Look, den ein Vollflächendruck nie erreicht.
Diese Anleitung enthält alles Wichtige zur DTF-Rasterung: was sie ist, warum sie funktioniert, welche Parameter wirklich zählen (Frequenz, Form, Winkel, Mindestpunkt) und wie du sie für Fotos und Illustrationen einstellst.
- Die Rasterung wandelt Mitteltöne in volle Punkte mit Zwischenräumen um.
- Beim DTF verhindert sie, dass Verläufe zu vollen Schichten aus Weiß und Kleber werden.
- Entscheidend sind Frequenz (LPI), Form, Winkel und Mindestpunkt.
- Den richtigen Wert findest du mit einem Drucktest, ausgehend von mittleren Einstellungen.
Was Rasterung (Halbton) bedeutet
Die Rasterung stammt aus dem Buchdruck: weil eine Maschine keine „halbe Tinte“ drucken kann, werden Mitteltöne mit vollen Punkten unterschiedlicher Größe simuliert. Aus der Entfernung wirken kleine Punkte auf hellem Grund als helles Grau, große als dunkles. Zeitungen und Siebdruck arbeiten nach demselben Prinzip.
Beim DTF gilt dasselbe, mit einem Vorteil mehr: der Raum zwischen den Punkten ist echter Stoff. Ist das Shirt schwarz, erzeugt der freie Raum das Schwarz; ist es farbig, eben diese Farbe.
Warum sie beim DTF so wichtig ist
DTF druckt unter alles, was nicht transparent ist, eine weiße Schicht. Ein mit Deckkraft gebauter Verlauf (Pixel bei 30 %, 50 % …) gilt für den RIP deshalb als zu deckende Fläche, meist mit Weiß darunter. Das Ergebnis ist ein steifer, plastikartiger Druck, mit flacheren und helleren Verläufen als erwartet und manchmal milchigen Rändern.
Mit Rasterung ist jeder Pixel voll oder leer. Der RIP druckt nur die Punkte, Weiß liegt nur unter den Punkten, und der fertige Film ist von tausenden Mikro-Zwischenräumen durchbrochen. Daraus folgen:
- ein weicherer, leichterer und atmungsaktiverer Druck;
- besser steuerbare, natürlich wirkende Verläufe;
- weniger Verbrauch an weißer und bunter Tinte;
- Integration ins Textil, ohne Aufkleber-Effekt;
- ein Siebdruck-Look, der hochwertiger wirkt.
Die 4 entscheidenden Parameter
1. Frequenz (LPI)
Die Frequenz gibt an, wie viele Punktreihen pro Zoll liegen (lines per inch). Weniger LPI bedeutet größere, deutlich sichtbare Punkte; mehr LPI bedeutet kleinere Punkte und ein fotografischeres Bild.
| Richtwert Frequenz | Wirkung | Wann sinnvoll |
|---|---|---|
| 15–25 LPI | Große, klar sichtbare Punkte | Vintage-Look, Pop-Art, große Drucke aus Distanz |
| 25–45 LPI | Balance aus Detail und Weichheit | Die meisten Fotos und Illustrationen auf T-Shirts |
| 45–65 LPI | Feine Punkte, fotografischer | Kleine, detailreiche Motive, nur nach einem Test |
Das sind Startwerte, keine Regeln: die ideale Frequenz hängt von Drucker, Folie, Pulver und Motivgröße ab. Ein zu feines Raster verliert die kleinsten Punkte, ein zu grobes dominiert das Motiv. Im Zweifel bei etwa 35 LPI starten und nach dem ersten Test nachjustieren.
2. Punktform
- Rund: der Klassiker, vielseitig, ideal für Fotos und Porträts.
- Elliptisch: weichere Übergänge in den Mitteltönen, gut bei Hauttönen.
- Quadratisch: grafischer, härterer Look.
- Linie: Stich- oder Retro-Effekt, sehr charakterstark.
3. Winkel
Für ein einfarbiges Raster — beim DTF üblich, wo Alphakanal oder ein einzelner Kanal gerastert wird — ist 45° der gängigste Winkel, weil das Auge ein diagonales Gitter weniger wahrnimmt. Winkel wie 22,5° können Moiré auf Stoffen mit sehr ausgeprägter Bindung reduzieren.
4. Mindestpunkt und Schwellen
In den Lichtern werden die Punkte winzig. Beim DTF hält ein zu kleiner Punkt womöglich zu wenig Kleber und verschwindet beim Waschen. Deshalb setzt man eine Schwelle: unter einem bestimmten Wert entfällt der Punkt, über einem anderen wird die Fläche voll. Diese Schwellen über Kurven zu kontrollieren unterscheidet ein sauberes Raster von einem „staubigen“.
AM, FM und Korn
Das bisher beschriebene Raster ist ein AM-Raster (amplitudenmoduliert): festes Gitter, Punkte mit wechselnder Größe. Daneben gibt es das FM- oder stochastische Raster, bei dem die Punkte ähnlich groß sind, sich aber ihre Dichte ändert, zufällig verteilt. Das Ergebnis erinnert an Filmkorn: weniger grafisch, organischer. Kontrolliertes Korn ist eine gute Möglichkeit, Fotos einen analogen Look zu geben.
Schritt für Schritt
- Bild vorbereiten, in Realgröße und mit 300 dpi (siehe DTF-Datei vorbereiten).
- Textilfarbe wählen: diese Farbe wird entfernt und vom Stoff ersetzt.
- Kontrast justieren: Schatten, Mitteltöne, Lichter. Gegenlicht- oder überbelichtete Fotos vor dem Rastern korrigieren.
- Raster einstellen: Frequenz, Form, Winkel, Mindest- und Höchstschwelle.
- Bei 100 % prüfen: keine einzelnen Mini-Punkte, keine halbtransparenten Pixel.
- Transparentes PNG exportieren und auf einem Reststück testen.
Die häufigsten Fehler
- Alles rastern: Flächen, die voll bleiben sollen (Schrift, harte Konturen), dürfen voll bleiben.
- Zu feines Raster für den Drucker: verlorene Punkte und Detailverlust.
- Zu grobes Raster bei kleinen Motiven: das Motiv wird unlesbar.
- Bild vorher nicht korrigieren: ein Raster auf einem flauen Foto bleibt flau.
Photoshop oder spezialisiertes Tool?
In Photoshop lässt sich mit Bitmap-Modus oder eigenen Aktionen ein gutes Raster erzeugen, aber du musst Kanäle trennen, die Textilfarbe entfernen und die Transparenz neu aufbauen: lange Schritte, bei jedem Bild erneut. Halftonix Pro macht genau das, und zwar gut: erweiterte Presets, Kurven in Echtzeit, organisches Korn, Kontrolle einzelner Punkte und PNG-Export mit 300 dpi für den RIP, in Minuten statt Stunden.
Häufige Fragen
Was ist Rasterung beim DTF-Druck?
Es ist die Technik, die Verläufe und Mitteltöne in volle Punkte mit wechselnder Größe (oder Dichte) übersetzt, getrennt durch freie Flächen. Beim DTF verhindert sie, dass Verläufe als Vollfläche mit weißer Unterlegung gedruckt werden — der Druck wird weicher und atmungsaktiver.
Wie viele LPI für DTF?
Es gibt keinen einzigen Wert. Als Startpunkt arbeiten viele Druckereien zwischen etwa 25 und 45 LPI: niedriger für sichtbare Punkte und Vintage-Look, höher für ein fotografischeres Ergebnis. Mach immer einen Test mit deinem eigenen Drucker und Pulver.
Was ist der Unterschied zwischen AM- und FM-Raster?
Beim AM-Raster (amplitudenmoduliert) liegen die Punkte auf einem festen Gitter und ihre Größe verändert sich. Beim FM- oder stochastischen Raster sind die Punkte ähnlich groß, aber ihre Dichte ändert sich, in einer zufälligen Verteilung, die an Filmkorn erinnert.
Kann ich ein Foto in Photoshop rastern?
Ja, über den Bitmap-Modus mit Rasterungseinstellung oder eigene Aktionen. Kanäle, Entfernen der Textilfarbe und Transparenz musst du aber separat lösen. Ein spezialisiertes Tool wie Halftonix Pro erledigt diese Schritte in einem Durchgang und exportiert direkt das transparente PNG.
Hält die Rasterung das Waschen aus?
Ja, solange die Punkte nicht zu klein sind. Einzelne sehr feine Punkte in den Lichtern halten womöglich zu wenig Kleber: deshalb legt man eine Mindestpunktgröße fest und vermeidet ein zu feines Raster.


